Chorkonzert zum Holocaustgedenktag

Chorkonzert zum Holocaustgedenktagmit duodecim, Emanuel Wehse (Cello), Elmar Lehnen (Orgel), Leitung: Claudia Zonker20:00 - 21:15 Basilika St. Marien27jan20:0021:15

Veranstaltungsdetails

I believe in the sun even when it‘s not shining.

I believe in love even when I feel it not.

I believe in God even when He is silent.

Diese Textzeilen wurden nach dem 2. Weltkrieg an einer Wand in einem Konzentrationslager geschrieben gefunden. Die Worte bekommen besondere Kraft, wenn man sich vorstellt, was diese Person durchgemacht haben muss. Sie klingen wie ein Credo: Wenn alles nur Dunkel zu sein scheint, wenn du dich fragst, wo Gott ist und ob es ihn überhaupt gibt, dann erzählen diese Worte vom Glauben an Gott, Liebe und Hoffnung. Wenn Menschen dir auch deine Freiheit, deine Freunde und die Menschen, die du liebst, wegnehmen können – sie können dir nicht Gott wegnehmen.

Inspiriert von diesem Werk des Norwegischen Komponisten Kim André Arnesen ist ein Konzertprogramm entstanden, das anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zu einem Holocaustgedenken einlädt, das den Fokus auf die Hoffnung legen möchte. Gerade in einer Zeit wie dieser, wo es so viele Konflikte und politische Verschiebungen gibt, die Angst machen und Unsicherheit stiften, tut es gut, sich an die Schrecken der Vergangenheit zu erinnern, in der Gewissheit, dass der Schrecken niemals das letzte Wort haben wird. Es erklingen Chorwerke unterschiedlicher Stilrichtungen und Komponisten, die das Leid und den Schmerz der Holocausterfahrung spürbar und hörbar machen, die aber gleichzeitig nicht verzweifeln lassen, sondern auf Hoffnung hin geöffnet sind. Eine weitere Vertiefung findet die Chormusik durch einige Cellowerke u.a. aus dem Film „Schindlers Liste“, sowie von Bruch und Bloch, interpretiert von Emanuel Wehse. Der Chor und das Cello werden in gewohnt einfühlsamer und ausgezeichneter Weise begleitet vom Basilikaorganisten Elmar Lehnen.

Gestaltet wird diese Gedenkstunde vom Frauenchor duodecim aus Kempen. Dieses Vokalensemble hat sich im Frühjahr 2017 in Kempen gegründet. Doch die Geschichte dieses Chores reicht sehr viel weiter zurück, denn die Sängerinnen musizieren bereits seit ihrer frühen Jugend miteinander. Begonnen hat der gemeinsame Weg um das Jahr 2000 herum. Damals leitete die Chorleiterin Claudia Zonker verschiedene Kinder- und Jugendchöre, aus denen heraus sie nach einer intensiven Zeit der Stimmbildung und reger Konzerttätigkeit junge ausgewählte Stimmen zu einem neuen, ausgereiften Ensemble vereinte. Nach einigen Jahren Pause, bedingt durch Studium, beruflicher Orientierung und Familiengründungen, fanden sich die jungen Sängerinnen im Jahr 2017 gemeinsam mit ihrer Chorleiterin Claudia Zonker erneut zusammen und bilden nun einen sehr gut aufeinander abgestimmten Klangkörper. Gemeinsam können sie jetzt die Früchte ihrer jahrelangen musikalischen Arbeit aus Kinder- und Jugendtagen ernten. Das Besondere an diesem Ensemble ist die Strahlkraft der gereiften, aber unverbrauchten Stimmen. Große Erfolge hatte duodecim bereits kurz nach seiner Gründung mit seinem Programm „Nordlichter“. Auch mit dem „ganz besonderen Requiem“ unter dem Titel „in paradisum“, gemeinsam mit Ute Gremmel-Geuchen an der Orgel und Emanuel Wehse am Cello, sowie zahlreichen weiteren Programmen quer durch die Musikgeschichte, konnte das Ensemble sein Publikum immer wieder begeistern.

Claudia Zonker erhielt ihre erste musikalische Bildung in ihrer Heimatstadt Mönchengladbach. Das Schulmusikstudium führte sie zunächst an die Freiburger Musikhochschule, wo sie ihren Schwerpunkt im Grundstudium auf das Klavier als Studentin von Michael Leuschner und auf den Chorleitungsunterricht bei Hans Michael Beuerle und Klaus Hövelmann setzte. Ihr Hauptstudium absolvierte sie mit dem Hauptfach Gesang bei Edith Urbanczvk an der UdK (damals noch HdK) in Berlin und bei Edda Moser an der Kölner Musikhochschule, wo sie auch ihr erstes Staatsexamen ablegte. Im Jahr 2000 übernahm sie die Leitung des Mädchenchores der Chorakademie Kempen. Ihre Vorliebe für ein breites Musikspektrum sowie die Verbindung von Musik mit außermusikalischen Gestaltungsformen zeigt sich auch in ihren Konzerten immer wieder durch ungewöhnliche Programme und Inszenierungen.

Emanuel Wehse absolvierte sein Studium an der Folkwang Universität Essen bei Young-Chang Cho. Er ist Cellist im Morgenstern Trio, mit dem er Preisträger großer Wettbewerbe ist (2. Preis und Publikumspreis des ARD-Wettbewerbs München. 2007, Deutscher Musikwettbewerb 2006, Haydn-Wettbewerb Wien, Schubert- Wettbewerb Graz, Melbourne International Chamber Music Competition) und sich zahlreiche weitere Auszeichnungen erspielte. Seither hat er mit dem Morgenstern-Trio auf den wichtigsten Podien der Welt konzertiert (u.a. Carnegie Hall New York, Kennedy Center Washington DC, Musikverein und Konzerthaus Wien, Philharmonien Köln, Essen und Berlin Cité de la musique Paris, Angels Place Sydney, Elisabeth Murdoch Hall Melbourne, Mozarteum Salzburg, u.v.a.) Einige CDs und unzählige Radiomitschnitte bei allen großen deutschen und vielen internationalen Rundfunkanstalten dokumentieren die Arbeit des Ensembles. Emanuel Wehse spielt regelmäßig Duorecitals und Solokonzerte, etwa Beethovens Tripelkonzert mit den Bochumer Symphonikern, dem Deutschen Kammerorchester Berlin oder dem Orchestre National de Lorraine. Er war Solocellist beim Folkwang Kammerorchester Essen und gründete 2012 mit gleichgesinnten Musikern aus NRW das Ensemble Ruhr, das sich in mit innovativen Konzertprojekten in Kammerorchestergröße ohne Dirigenten einen Namen macht und von der Deutschen Bundesregierung mit dem Preis „Kultur- und Kreativpilot 2014“ ausgezeichnet wurde. Seit 2006 ist Emanuel Wehse Dozent der Cellogruppe im Landesjugend­orchester Rheinland-Pfalz.

Zeit

27 Januar, 2026 20:00 - 21:15

Veranstaltungsort

Basilika St. Marien

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